Okt 21 2008

Leuchtstoffröhren

Verüffentlicht in der Kategorie Beleuchtung, Pflanzen

Ein schönes Becken gehört natürlich ins rechte Licht gesetzt. Standard bei fast allen Kompaktbecken ist die Leuchtstoffröhre (im Volksmund auch Neonröhre). Spätestens wenn man das erste mal eine neue Röhre kauft steht man aber vor einem Regal mit unzähligen verschiedenen Anbietern, Lichtfarben usw. Eine eigene kleine Wissenschaft.

Funktionsweise

Im Glaskolben wird durch eine Zündspannung ein Gas ionisiert. Es entsteht ein Plasma, das Licht aussendet. Quecksilbergas sendet vor allem UV-Licht aus, das durch einen Leuchtstoff am Glaskolben in sichtbares Licht umgewandelt wird. Das restliche UV-Licht wird durch das Glas absorbiert.

Lichtfarbe

Weiß ist nicht gleich weiß. Der Mensch hat so etwas wie einen “automatischen Weißabgleich” eingebaut, dass er ein relativ grosses Farbspektrum als Weiß sieht. In eine quantifizierbare Form gebracht kann man die Lichtfarbe mit Kelvin beschreiben. Je weniger Kelvin ein Weiß hat, desto “wärmer und roter” ist es. Höhere Kelvinwerte bedeuten härteres Licht in Richtung Blauton. Hier eine Tabelle mit verschiedenen Weiß, mit denen man im Alltag konfrontiert ist:

  • Kerze: 1500 Kelvin
  • Glühlampe 60 Watt: 2700 Kelvin
  • Halogenlicht: 3000 Kelvin
  • Morgen & Abendsonne: 5000 K
  • Mittagsonne: 5700 K
  • Nebel: ca. 8000 K
  • Blauer Himmel nach Sonnenaufgang: 12000 K

Man sieht also, dass man es mit einem ganz schön grossen Farbspektrum zu tun hat.

Lampenarten

Alte Leuchten senden nur mit sehr eingeschränktem Spektrum, sind eher lichtschwach und haben eine kurze Lebensdauer. In der Aquaristik sind diese Leuchten nicht zu empfehlen. Bezeichnet werden sie als “Basic” oder mit Kennzahlen unter 800. (640, 535, 740 usw.)

2. Generation sind die Dreibandenleuchten. Am Glaskolben sind 3 verschiedene Leuchtstoffe, wodurch ein vielfältigeres Spektrum erzielt wird. Diese Leuchten sind die gängigen Lampen, die man auch im Baumarkt etc. erhält. Es gibt sie in allen Lichtfarben. Die Bezeichnung ist Lumilux bzw. tragen sie Lichtfarbennummern die mit 8 beginnen. Die beiden Ziffern danach sind die abgestrahlten Kelvin geteilt durch 100

  • 827, Relax oder Interna: 2700 Kelvin
  • 830, warm white: 3000 K
  • 835, white: 3500 K
  • 840, cool white: 4000 K
  • 850, 860, 865, daylight: 5000, 6000 bzw. 6500 K
  • 880, skywhite: 8000 K

3. Generation sind die 5-Bandenleuchten oder Vollspektrumlampen. Bei ihnen wird das Spektrum mit weiteren Leuchtstoffen vervollständigt. Hauptproblem bei diesen Lampen ist eine deutlich schlechtere Lichtausbeute (ca. 30%). Sie werden Lumilux Deluxe bezeichnet und ihre Lichtfarbennummern beginnen mit 9 gefolgt von der Kelvinzahl/100.

Stellt sich nun die Frage welche Lichtfarbe fürs Aquarium geeignet ist. Im Prinzip geht es hier um 2 Dinge. Einerseits soll das Aquarium gut aussehen, andererseits sollen die Pflanzen optimal wachsen. Pflanzen mögen eher Licht mit niedrigen Kelvinwerten. Das Aussehen ist Geschmacksfrage. Blaueres Licht hat aber schon seine Reize, weil z.B.: Neons darin so richtig erstrahlen. Algen mögen hartes, blaues Licht, was wieder für die warmen Lampen sprechen würde. Mir persönlich gefallen warme Lichtfarben recht gut, vielen gefällts aber auch nicht. Braunes Wasser (Torfilterung, Erlenzapfen etc.) filtert Blauanteile.

Im Prinzip muß man selber entscheiden, welche Lichtfarbe einem noch gefällt, ich würde aber möglicht niedrige Kelvinwerte anstreben, weil das das beste Pflanzenwachstum & das schlechteste Alegnwachstum bedeutet. Werte um 4000 Kelvin gefallen mir sehr gut, in Becken die weniger als Schaubecken gedacht sind, aber wo Pflanzen drin sind beleuchte ich mit 827 (2700 Kelvin).

Angeblich brauchen Pflanzen 3 Wochen um einen Wechsel bei der Lichtfarbe “zu verdauen”.

Spektalverteilung

Lauchtstoffröhren haben ein eher unnatürliches Spektrum. Konkret strahlen die Röhren nur mit wenigen Frequenzen. Ändern läßt sich daran leider nichts. Mit jeder Generation wurden die Lampen etwas voller im Spektrum, von einem durchgehendem Spektrum wie es natürliches Licht hat, ist man aber weit entfernt. Naja die Pflanzen wachsen trotzdem…

Aquarienlampen

Natürlich gibts auch die “sepziellen” Aquarienlampen von diversen Anbietern. Keiner dieser Anbieter produziert selber Lampen, die werden also zugekauft. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ein Leuchtenproduzent eigene Leuchtmittel für Aquarienlampen erfunden haben. Das heißt die Lampen sind haargenau die selben wie normale. Also mußten Argumente für die oft 3 mal so teuren Leuchten gefunden werden. Aktuell wird mit einem UV-Stop geworben. Dabei handelt es sich angeblich um eine Beschichtung, die die algenfördernden UV Anteile des Lichts ausfiltert. “Problem” daran ist, dass eine Leuchtstoffröhre im Prinzip kein UV Licht ausstrahlt. Der größte Teil wird schon im Leuchstoff umgewandelt und der Rest wird im Glas ausgefiltert. Ganz normales Glas ist nämlich ein hervorragender UV-Filter. Lichtfarben gibts bei den Aquarienleuchten auch alle. Mit weniger Kelvin heissen sie dann halt was mit “Plant” und mit mehr Kelvin irgendwas mit “Day” etc. (Etwas anders ist die Sache vielleicht bei Salzwasser, aber das ist ja ein Süßwasserblog.)

T5 oder T8

In der Aquaristik sind T5 und T8 Röhren gängig. Die Zahl hinter dem T gibt den Kolbendurchmesser in 1/8 Zoll an, wordurch sich für die “normale, alte” T8 Röhre 26mm Durchmesser ergibt, für die T5 Röhre 16mm. Man kann somit deutlich mehr und stärkere Röhren “unter die Haube packen”, was für extrem hell beleuchtete Becken interessant sein mag (Meerwasser!), was für Süßwasser vielleicht für extrem tiefe Becken notwendig ist.

T5 hat eine bessere Lichtausbeute, bietet aber auch weitere Vorteile. T5 ist für den Betrieb bei 35° optimiert, während T8 bei dieser Temperatur nur noch ca 80% Lichtstärke hat. T5 Röhren halten bis zu 3 mal so lange und halten die Lichtstärke sehr lange, während T8 schon nach kürzerer Zeit an Intensität verlieren. T5 ist etwas schwerer zu bekommen und etwas teurer.

Es gibt Adapter, die in T8 Fassungen eingedreht werden und dann eine T5 Lampe aufnehmen. Man “verliert” dabei etwas an Wattleistung, meist aber aus oben besagten Gründen nicht an Lichtintensität. Beim Kauf eines solchen Adapters sollte auf ein Prüfzeichen geachtet werden (TÜV, VDE etc.), weil in der Vergangenheit schon Produkte die als unsicher eingestuft wurden auf den Markt gekommen sind. Im Adapter ist auch gleich ein elektronisches Vorschaltgerät integriert, wodurch man weiter spart.

Hat man die Wahl sollte man heute klar eine T5 Röhre wählen! Bei den Billigsets, aber leider auch bei vielen Markenprodukten sind immer noch T8 Standard.

Vorschaltgerät

Es gibt konventionelle und elektronische Vorschaltgeräte. Konventionelle Vorschaltgeräte sind einfach gesagt Energiefresser. Geräte der Energieeffizienzklasse D & C wurden bereits verboten. Trotzdem brauchen EVG (elektronische) noch um ca 30% weniger Strom. Oft wird nämlich vergessen, dass der Betrieb einer 55 Watt Lampe noch der Stom für das Vorschaltgerät dazukommt und dieses auch bis zu 30 Watt braucht. Man kennt ganz leicht welches Vorschaltgerät man eingebaut hat, weil EVG “flackerfrei” zünden. Bei den EVG kommt für die Aquaristik nur das Warmstart EVG in Frage. Bei diesem dauert es einen Moment bis die Lampe zündet, was jedoch die Lebensdauer um ein vielfaches erhöht.

Fazit

In wenigen Worten kann man sagen: handelsübliche T5 Lampen mit einer Lichttemperatur um 4000 Kelvin sind das mit Abstand sinnvollste und wirtschaftlichste Produkt. Wer noch T8 Lampen hat kann sich die Anschaffung eines Adapters überlegen, der sich bereits nach relativ kurzer Zeit rechnet. Bei der Lichtfarbe kann man experimentieren.


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One response so far

Ein Kommentar zu “Leuchtstoffröhren”

  1. Eurolumon 05 Jan 2010 at 12:15

    Die T5-Lampen und die VSG Adapter ist die aktuelle Lösung der Lampenindustrie für effiziente Beleuchtung.

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