Feb 15 2009

Saubere Aquarien leicht gemacht

Verüffentlicht in der Kategorie Ostafrika

susanne.lajcsak/flickr.com

Man kennt das Problem. Die Algen werden mehr, der Mulm häuft sich an, Schnecken vermehren sich und irgendwann hat man ein Becken zu Hause stehen, wie man es nie wollte. Ein richtiges Dreckbecken, das vor allem dazu animiert das Teil auszulassen und auf Ebay unters Volk zu bringen.

Was man will ist ein schönes Becken mit bunten Fischen, nett zu beobachten, kein Dreck, keine Algen, kein Mulm. Und jetzt folgt ein Rezept wie das mit ganz wenig Pflegeaufwand möglich ist. Probier es aus und du wirst sehen, daß es funktioniert. Diese Becken sidn durchaus auch für Anfänger geeignet.

Hier das Rezept:

1. Man nehme ein Becken. Es reichen 60cm, es gilt aber je größer desto mehr Fischauswahl hast du später.

2. Man sammelt Steine oder kauft sich Lochgestein, je nach finanziellen Mitteln. Jetzt türmt man als Hintergrund ein skurille Steinwand auf. Es sollten viele Löcher und Höhlen entstehen. Unten im Becken sollte man eine Styroporplatte einlegen !!!!

3. Man kauft sich Fugensand im Baustoffhandel und füllt mindestens 6cm Sand als Bodengrund ein.

4. Man läßt das Becken ordentlich einfahren. Ziel ist leicht alkalisches Wasser mit 24-27 Grad und möglichst etwas Strömung. Ich betreibe alles mit Hamburger Mattenfilter, aber auch alles andere ist möglich.

kiz5 / flickr.com

5. Man beleuchtet sein Becken extrem schwach. Vergiß alle Regeln, wie 0,5 pro Liter, 1 Watt pro Liter oder was auch immer. Ich hab ein 450 Liter Aquarium mit 36 Watt beleuchtet, ein 200 Liter Becken mit 16 Watt usw. Die Becken kommen so am Abend extrem gut zur Geltung ! Schön ist auch etwas Blaulicht.

6. Man entscheidet sich für einige Buntbarscharten aus dem Malawi oder Tanganjikasee. Die Auswahl ist unendlich. Vor allem sollte man hier auf die passende Beckengröße achten. Das Becken wird relativ dicht besetzt. Hier sollte man sich ein wenig einlesen. Nicht alle Malawis passen zueinander (Mbuna – nicht Mbuna etc.) Nicht auf den Rat des Händlers verlassen, die haben keine Ahnung, aber auch nicht verrückt machen lassen, von den vielen unterschiedlichen Aussagen im Internet.

fertig !

susanne.lajcsak/flickr.com

und das besondere an diesem Becken ist

  • kein Algenwuchs, weil sehr wenig beleuchtet wird. Die Barsche fressen auftretende Algen sofort weg
  • kein Mulm, weil die Barsche ständig den Bodengrund nach Freßbarem durchsuchen
  • keine Pflanzen und damit keine “Gärtnerarbeiten”, keine verfaulenden Pflanzenreste, keine ausgerissenen Pflanzen usw.
  • wenig Stromverbrauch, weil das Becken wenig beleuchtet und auch wenig geheizt werden kann (24 Grad ist völlig ausreichend)
  • wunderschöne Fische mit extrem interessanten Schwimm-, Revier- und Paarungsverhalten
  • tolle Aquarien, die Aussehen wie Mondlandschaften
  • abgesehen von Fütterung und regelmäßigen Wasserwechseln praktisch kein Pflegeaufwand.
  • nicht ständig tote Fische, weil die Barsche durchaus auch 10 Jahre alt werden. Die Fische lernen einen kennen und können bald Personen unterscheiden.

Durch den dichten Fischbesatz und keine Pflanzen sollte man wirklich an einen regelmäßigen Wasserwechsel denken. Diese Becken bleiben dann ohne irgendwelche Reinigungsarbeiten sauber. Klingt komisch, ist aber so.

Natürlich sind Malawi- und Tanganjikaaquarien ein unerschöpfliches Thema. Ich werde noch einige Teilbereiche detaillierter ansprechen, aber vielleicht hast du ja schon mal Lust auf ein solches Becken bekommen.


photopade / flickr.com


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4 responses so far

4 Kommentare zu “Saubere Aquarien leicht gemacht”

  1. Fischtanteon 18 Feb 2009 at 15:36

    Weshalb braucht man dazu einen dichten Fischbesatz? Im Prinzip reicht doch auch ein guter Filter um Mulm in Grenzen zu halten, sowie einige gründelnde Fische, oder?

  2. adminon 20 Feb 2009 at 19:10

    Hallo Fischtante,

    du hast natürlich völlig recht. Einen relativ dichten Besatz hat man im Malawibecken nicht zum Bodenreinigen, das schaffen, wie du ganz richtig sagst auch ein paar. Die Besatzfrage im Malawibecken wird gerne diskutert und es werden sehr verschiedene Werte angegeben, aber dabei geht es darum die Aggressivität im Becken zu verteilen. Malawibecken mit zu wenigen Fischen haben oft das Problem, dass einige unterlegene Fische extrem unterdrückt werden. Hier hilft es einfach mehr Fische einzusetzen, dann verteilt sich das besser. So lassen sich Malawibecken mitunter auch sehr dicht besetzen und das scheint den Fischen mehr gut zu tun, als dass sie drunter leiden.

    lg

  3. Heinzon 18 Mrz 2009 at 15:40

    Die kleine Fischen sind sehr schön.Das gelbe, auf dem letzten Foto gefällt mir sehr.Der Artikel hat mir auch sehr gefallen, weil ich immer Probleme mit dem Aquarium habe.

  4. susanne b.on 12 Feb 2010 at 10:21

    Tolles Rezept. Der Artikel war sehr interessant für mich. Vielen Dank für die Info und ein schönes WE!

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